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1616–1679

An Lauretten.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Laurette bleibstu ewig stein? Soll forthin unverknüpffet seyn Dein englisch-seyn und dein erbarmen? Komm komm und öffne deinen schooß

Und laß uns beyde nackt und bloß Umgeben seyn mit geist und armen. Laß mich auff deiner schwanen-brust Die offt-versagte liebes-lust

Hier zwischen furcht und scham geniessen. Und laß mich tausend tausendmahl Nach deiner güldnen haare zahl Die geister-reichen lippen küssen.

Laß mich den ausbund deiner pracht Der sammt und rosen nichtig macht Mit meiner schlechten haut bedecken; Und wenn du deine lenden rührst

Und deinen schooß gen himmel führst Sich zucker-süsse lust erwecken. Und solte durch die heisse brunst Und deine hohe gegen-gunst

Mir auch die seele gleich entfliessen. So ist dein zarter leib die bahr Die seele wird drey viertel jahr Dein himmels-rundter bauch umschliessen.

Und wer alsdann nach meiner zeit Zu lieben dich wird seyn bereit Und hören wird wie ich gestorben Wird sagen: Wer also verdirbt

Und in dem zarten schooße stirbt Hat einen fanfften tod erworben.

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