Du gläntzendes chrystall du redner ohne mund
Rathgeber dessen treu und klugheit sattsam kund
Freund der durch warheit bloß die hertzen ihm verbindet
Du zeuge sonder list und falsche heucheley
Bekenn ob irgend auch was angenehmers sey
Als Dorisettens pracht die mich so starck entzündet?
Ihr auge weiß ich ist dir gar zu wohl bekandt
Sie hat dir manchen blick in dein chrystall gesandt:
Drum ist dir ihre glut auch schwerlich unverholen.
Nicht wundre dich demnach wenn auch mein geist verletzt
Wer kan wenn solcher blitz an unsre hertzen setzt
Bey feur und flammen seyn als ausgelöschte kohlen?
Jedoch ich brenne gern in dieser stillen glut
Ob schon sich in sich selbst verzehrt mein heisses blut
Möcht ihre wehmuth nur mich meiner noth entbinden;
Allein ihr hartes hertz das kein erbarmen trägt
Wird durch mein heisses flehn und seuffzen nicht bewegt
Und läst sich gegen mich ohn alle regung finden.
Ach spiegel straffe du die strenge grausamkeit!
Und räche mich an ihr. Es ist nun einmahl zeit
Ihr hart und kaltes hertz in heisse glut zu setzen.
Wirff ihren glantz zurück der durch die augen blitzt
Und laß dieselbe glut die mich und dich erhitzt
Ihr aug und hertze selbst durch eigne krafft verletzen.