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1616–1679

An die Livia.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Macht kein funcke meiner flammen Livia dir einen brand? Tausend schlagen offt zusammen Keiner nimmt doch überhand.

Du must kälter mir zur pein Als ein Salamander seyn. Ich gedachte daß das plitzen So aus deinen augen steigt

Auch im hertzen müste sitzen Und aus hitze wär erzeugt; So ist es cometen-licht Dessen strahl nur frost verspricht.

Wenn mein brand denn nicht gewinnet Muß der nasse zunder dran Der aus meinen augen rinnet Und versuchen was er kan.

Wird doch glut durch flut erweckt Wenn das wasser kalck ansteckt. Ach! so werde durch mein weinen Livia von flammen reich;

Doch du must auch lieblich scheinen Sey der reinen sonne gleich Die den thau den sie gebracht Augenblicks zu asche macht.

Dir sey meine qvaal befohlen Lesche die entbrannte pein! Deine glut soll meinen kohlen Ein schnee-kaltes wasser seyn.

Wo dein eiß noch länger währt Bin ich bald in staub verkehrt.

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