Ist meine Chloris kranck so muß Orontes sterben.
Was dir beschwerlich ist greifft mich nicht minder an
Aus deinem ungemach qvillt endlich mein verderben
Indem bey deiner pein ich nicht gesund seyn kan.
Soll ich o schönes licht! dich nicht nach wunsche schauen?
Vernehm’ ich daß dein haupt mit schmertzen ist gekränckt
So muß ich mir ein hauß von lauter dornen bauen
Daran die traurigkeit ihr schwartzes zeichen hengt.
Ich will mich in den schooß der einsamkeit verschliessen
Und unmuth soll mein freund verdruß mein nachbar seyn
Ich will in angst vergehn in thränen gantz zufliessen
Ich suche finsterniß und keinen sonnenschein.
Doch schreibet Chloris mir: Mein haupt-weh ist vergangen
So zeigt der himmel mir den alten überfluß
Ich wünsche diesen tag nichts anders zu erlangen
Als meiner Chloris blick und ihren süssen kuß.