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1616–1679

An Blandinchen.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Blandinchen! reiner schwan, Der nichts, als sromm seyn, kan! Dein heller tugend-schall, Du schöne nachtigall!

Klingt besser, als citrinchen, Blandinchen! Die lerche mag ich nicht, Auch sonsten kein gericht,

Wenns gleich das beste wär Aus Palaestina her, Als dich, du haselhünchen! Blandinchen!

Blandinchen! gold und geld, Die schätze dieser welt Sind nur spreu gegen dir: Du bleibest meine zier,

Und meiner schätze trünchen, Blandinchen! Wenn deiner lippen küß, Ich dann und wann genüß,

So fliest ein zucker-thau Aus deines hertzens-au, Du honigmachend bienchen! Blandinchen!

Blandinchen! wenn dein licht Mir scheinet ins gesicht, So spür ich, daß die krafft Mir starcke regung schafft

Gar biß ins lincke zinchen, Blandinchen! Blandinchen! vor die lust, So uns allein bewust,

Nimm dieses häubgen an, Das schenckt dir dein galan Vor deines krantzes schünchen, Blandinchen!

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