Mein bildniß hast du hier auff dünnes glaß geleget
Es scheint daß zwischen mensch und glaß verwandniß sey
Denn die gebrechligkeit ist beyden eingepräget
Sie seyn von dem verderb fast keine stunde frey.
So bald ein glaß zerbricht kan auch ein mensch vergehen.
Das glaß zerbricht der mensch den menschen Gottes hand;
Es können beyde nicht die länge recht bestehen
Ihr end und anfang ist fast nichts als asch und sand.
Zerbricht das glaß nicht gantz so kriegt es schnöde flecken
Laufft von dem wetter an und wird sehr ungestalt:
So will die kranckheit offt uns allen schein verdecken
Und macht gemüth und leib verdrießlich schwach und kalt.
Zerfällt das schönste glaß wer achtet dessen stücke?
Man stößt es schändlich hin als schlechten ziegel-grauß:
Die menschen sparen nicht den menschen ihre tücke
Man hat uns kaum verscharrt so ist die freundschafft aus.
Ruhm, nahme und gestalt ist alsobald verschwunden
Wenn man uns nach gebrauch das letzte hemde giebt.
Wo hat man dieser zeit wohl einen freund gefunden
So an das grab gedenckt, und nach dem tode liebt.
Hier ist das dünne glaß, wilt du es bald zerbrechen
So nehm ich es von dir vor keine feindschafft an;
Denn Amaranthen weiß ich nicht zu widersprechen
Indem mich ihre hand in nichts verletzen kan.