Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Aurora die den blitz in beyden augen führt Auff deren wangen sich die rothen flammen färben Will da des himmels glut den gantzen erd-kreyß rührt Jm sommer nur allein vor frost und kälte sterben.
Jhr mund der feur und brand auff seinen lippen trägt Führt über schnee und eiß sehr ungegründte klagen Und will ob schon die glut uns blut und adern regt Doch nur von rauher lufft und kaltem wetter sagen.
Jhr gantzer leib erstarrt die stirne selbst erbleicht Und ihre liljen-brust die erst dem helffen-beine Jtzt aber halb erblaßt dem todten winter gleicht Erstirbt verwandelt sich und wird wie fast zum steine:
Der fall der sie betrifft ist sattsam uns bekandt. Was aber hier vor rath? wird man sie sterben lassen? Ist gar kein retten mehr kein mittel nicht zur hand? Auff Amor! laß sie doch nicht vor der zeit erblassen.
Hilff denn du kanst es thun durch deinen heissen strahl Zünd ihre geister an laß sie in flammen schwitzen Zerbrich ihr kaltes hertz das härter noch denn stahl Füll es biß oben an mit deinen reichen blitzen
Zerschmeltze diesen schnee der ihre brust bedeckt Und laß sie brand und glut in allen adern finden; Doch nim ihr feur in acht das in den augen steckt Sonst möcht es beydes dich und alle welt entzünden.
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