Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Mein hertz enthält sich kaum es will und muß zerbrechen Mein geist geht in der irr und kennt sich selbst nicht wohl Weil ich nicht weiß mein lieb wenn ich euch werde sprechen Indem ich itzt so weit von hinnen ziehen soll.
Jhr winde kehret um und stellt euch mir zu wieder Biß daß ich sie gleich wie sie mich gesegnet hat! Jhr segel haltet an legt euren hochmuth nieder! Wir letzen uns noch erst und weinen uns recht salt.
Last ab mein’ Argine und schonet eurer thränen Was schwächt ihr eu’r gesicht ich muß doch endlich fort! Je mehr ihr weint ie mehr werd’ ich mich nach euch sehnen Und irren ohne trost dort um den fremden port.
Ich will in meine seel ein kleines hauß euch bauen In welches eure stets soll eingeschlossen seyn Und will hergegen euch auch meine seele trauen Die hebt euch auff und schliest sie eurer seelen ein.
Kein thränlein fliesset ietzt von euren bleichen wangen Und muß kein seuffzer auch aus eurem hertzen gehn Ich habe sie mit fleiß zur beylag auffgefangen Und lasse meine seel hiemit gefüllet stehn.
Die sollen mit mir ziehn durch wetter wind und wellen Ich nehme sie für euch zu meiner liebsten an Auff daß sie euer bild mir stets für augen stellen Und tragen was ich selbst nicht mit mir nehmen kan.
Mit ihnen will ich mich besprechen und ergetzen Sie sollen seyn mein trost in noth und traurigkeit; Kein glück kein böser fall soll mir diß volck verletzen Kein sturm und wilde fluth auch keiner winde streit
Kein frembdes weib soll sie durch ihre gunst vertreiben Sie sollen (hilfft mir Gott gesund hie zu euch her ) Bezeugen meine treu und mein beständig-bleiben Und sagen wie ich nie ein ander lieb begehr.
Jhr werdet selbst alsdann es an mir können schliessen Wenn dieses euer pfand durch meiner augen bach Aus lieb und fröligkeit euch wird entgegen fliessen Und rühmen meinen sinn mein lieben vor und nach.
Mit dem bedinge nun geh ich von euch zu scheiden. Du Venus die du uns zusammen hast geführt Komm abentlich zu steur mit deinem licht uns beyden Was sie und mich betrifft werd auch an dir gespührt.
Traur ich wo oder sie so zeige deine wangen Erblast als wärest du auch neben uns in noth: Stehts wohl um sie und mich so solt du göldne prangen Mit deinem besten glantz gemahlet rosen-roth.
Und wo mir je mein lieb will etwas sagen lassen So schick dein liebes volck für ihren zarten mund Die meiner liebsten red’ in ihre köcher fassen Und thun sie nachmahls mir vom hohen himmel kund.
Muß gleich das wilde meer uns von einander trennen So wollen wir durch dich dennoch beysammen seyn Und unser beyder thun und leben stets erkennen Uns freuen in dem glück und trösten in der pein.
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