Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Sie ist ein rauten-zweig an den kein gifft sich leget Ein feld das ehren-preiß vor liebe-stöckel träget: Ein keuscher wunder-strahl der sonnen wahrer zucht Da die gelegenheit sich zu verbergen sucht.
Ein reines paradiß und engel auch daneben Das keine schlange läst in seiner gegend schweben: Ein ancker der nach thau des milden himmels schmeckt: Ein gleiches spiegel-glaß daß nicht die welt befleckt:
Ein pfenning der nicht mehr als ein gepräge leidet: Ein schaaff daß allzeit sich in himmels-schlüsseln weidet; Und dessen keuscher leib nur einen hirten kennt; Ein weisses ehren-licht so GOtt zu dienste brennt.
Ein geist der sich mit nichts als einsamkeit vermählet: Ein hertze von der zucht zu einem thron erwählet: Der laster sterbe-hauß der tugend schloß und sitz Daran der himmel schreibt: allhier wohnt nichts als witz.
Ein bergwerck so nur gold der reinigkeit will leiden Und falsche rechnung heist von seinen grentzen scheiden. Ein fluß der weder wind noch fremdes wasser trübt Und GOtt von dem er kommt sich wieder gantz ergiebt.
Ein etwas das fast nichts der freyheit gleiche schätzet Und keiner steine glantz vor dieses kleinod setzet; Ein haus in dem der geist von oben hofstadt hält Und alles diesem wirth als magd zu fusse fällt.
Ein leit-stern zu der zucht ein sturm vor böse lüste Der tugend festes land der sünden eine wüste. Itzt schließ ich dieses bild in keusche reimen ein Es ist ein heiligthum das nicht geküßt will seyn.
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