Worzu hat mich der himmel doch ersehn?
Muß denn mein hertz nur gantz in banden stehen?
Ach freylich ja es ist um mich geschehn!
Ich soll hinfort der freyheit müßig gehen.
Du hast mich dir o liebliche Belinde
Zum sclaven gantz durch einen blick gemacht
So daß ich mich gantz ausser mir befinde.
Wie weit hat mich die lieb
Euch bet ich an ihr feuerreichen augen
Die ihr mich habt in volle glut gesetzt
Aus euch muß man die liebe in sich saugen
So bald man sich an eurem glantz ergetzt;
Es muß euch selbst der schönste demant weichen
Sein blitz wird nie gleich eurem strahle gehn;
Belinde ist dem himmel zu vergleichen
Dieweil an ihr so schöne sterne stehn.
Erzürne nicht du sonne meiner seelen
Daß sich so weit mein mattes hertze wagt
Indem es dir mit zittern und mit quälen
Demüthigst ietzt sein bittres leiben klagt.
Die anmuth so auf deinen wangen spielet
Hat selbiges verfesselt und verstrickt
Und weil es nichts als lauter feuer fühlet
So will es auch durch feuer seyn erquickt.
Hier liege ich zu deinen zarten füssen
Nim schönste mich zu deinem diener an;
Ich suche nichts als deine hand zu küssen
Die stets so sehr die hertzen fesseln kan:
Das meinige sey dir hiemit ergeben
Verschmäh es nicht es rühris ein keuscher trieb;
Es wünscht bey dir in diensten stets zu leben
Denn du bist mir mehr als mein leben lieb.