Ljsette hat mein hertz auß meiner brust gerißen
Und läugnet den verübten raub
Sie ist vor meinen bitten taub
Und will nicht vom verlust noch von erstattung wissen.
Mein hertze selbst bekennt es leb allein in ihr;
Sie aber spricht darzu: sie habe nichts von mir.
Mein hertze daurt mich nicht Lisette mag es haben
Ich liefr es selbst ihr willig ein
Wo kan wol selbes besser seyn?
Nur sie verläugne nicht daß es in ihr begraben.
Ein sclav erschrickt so sehr vor seinen fesseln nicht
Wenn er nur wissen soll wer selbe zugericht.
Gestehs Lisette nur du hast es doch genommen
Der himmel weiset selbst auff dich
Ich suche auch sonst nirgends mich:
Ich weiß ja wer da hat mein bestes theil bekommen
Dein atlaß-weiche hand hats ja aus mir gerückt
Als ich sie unverhofft an meine brust gebrückt.
Behalts Lisette denn es soll dir zugehören
Nicht schäme dich des schlechten guts:
Das kleinste tröpfchen seines bluts
Soll mit besondrer art dich meine göttin ehren.
Nur gönne daß mir diß zum ruhme werd’ gesetzt:
Des schönsten leibes ist mein hertze werth geschätzt.