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1616–1679

1.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ljsette hat mein hertz auß meiner brust gerißen Und läugnet den verübten raub Sie ist vor meinen bitten taub Und will nicht vom verlust noch von erstattung wissen.

Mein hertze selbst bekennt es leb allein in ihr; Sie aber spricht darzu: sie habe nichts von mir. Mein hertze daurt mich nicht Lisette mag es haben Ich liefr es selbst ihr willig ein

Wo kan wol selbes besser seyn? Nur sie verläugne nicht daß es in ihr begraben. Ein sclav erschrickt so sehr vor seinen fesseln nicht Wenn er nur wissen soll wer selbe zugericht.

Gestehs Lisette nur du hast es doch genommen Der himmel weiset selbst auff dich Ich suche auch sonst nirgends mich: Ich weiß ja wer da hat mein bestes theil bekommen

Dein atlaß-weiche hand hats ja aus mir gerückt Als ich sie unverhofft an meine brust gebrückt. Behalts Lisette denn es soll dir zugehören Nicht schäme dich des schlechten guts:

Das kleinste tröpfchen seines bluts Soll mit besondrer art dich meine göttin ehren. Nur gönne daß mir diß zum ruhme werd’ gesetzt: Des schönsten leibes ist mein hertze werth geschätzt.

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