Du blume Schlestens du sonne dieser welt
Die die annehmligkeit auff purpur-blättern träget
Auf welche Venus selbst ihr ebenbild gepräget
Als irrdsche göttin sie dich kaum ans licht gestellt.
Du bist der schönheit preiß ein auszug aller zierden;
Doch auch ein marmolstein an fühlen und begierden.
Wirff itzt von deinem blitz auch einen schlechten blick
Auff deinen armen knecht und laß ihn einmahl wissen
Daß deine hohe gunst will auff die knechtschafft flüssen
So lebet er in ruh so lebet er in glück.
Es wird die hohe gunst ihn ewig dir verbinden
Wenn dein erhärter sinn aus seel und leib wird schwinden.
Doch alles ist umsonst es ist um mich geschehn
Die scharlach-lippen sind entgeisterte corallen
Der kugeln schönes paar nur alabaster-ballen
Auff welchen man noch nie die regung hat gesehn.
Sol der granaten schmuck auf deinen amber-lippen
Fast mehr entseelet seyn als berge felß und klippen?
Bedencke schönes kind wilstu ein bild ja seyn
Daß todte bilder auch annehmligkeiten geben
Dein eigen conterfait sah ich nechst um mich schweben
Als sich ein süsser schlaff bey mir gestellet ein.
Es wolt die liebligkeit sich dar auch lassen finden
Und mit der schönheit sich verschwestern und verbinden.