Mein hertze brennt in heisser glut
Und wirfft die flammen dennoch nicht empor
Ich weiß nicht wie mir ist zu muth
Mein seuffzen bring ich nur mit schmertzen vor;
Der augen naß so häuffig kommt gerannt
Entzündet mehr als löschet meinen brandt.
Den krancken ist zu helffen leicht
Wenn er die schmertzen nur dem artzt bekennt
Eh ihm das gifft zum hertzen steigt
Und eh die seele sich vom leibe trennt;
Ich aber sterbe lieber tausend mahl
Eh daß ich solt eröffnen meine qual.
Ich liebe gleichwohl meinen tod
Und halte viel vom ursprung meiner pein;
Die so mich hat gebracht in noth
Die laß ich mir doch nicht zu wider seyn.
Lebt in der welt ein unvergnügter sinn
Fürwahr so weiß ich daß ich solcher bin.
Es saget zwar der weisen zunfft:
Man soll die lust was enger spannen ein
Damit die herrschafft der vornunfft
Dem hertzen möge vorbehalten seyn;
Ich fühle doch so fern es einer fühlt
Daß liebe nur tyrannisch meister spielt.
Jhr freunde habet gute nacht
Hinfüro lieb ich nur die einsamkeit
Ach! ach! wer hätte diß gedacht
Daß aus der lust entspringe hertzenleid
Ich liebe zwar so fern es lieben heist
Wenn einer irrt ohn hertze seel und geist.