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1616–1679

1.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Albanie gebrauche deiner zeit Und laß den liebes-lüsten freyen zügel Wenn uns der schnee der jahre hat beschneyt So schmeckt kein kuß der liebe wahres siegel

Im grünen mäy grünt nur der bunte klee. Albanie. Albanie der schönen augen licht Der leib und was auff den beliebten wangen

Ist nicht vor dich vor uns nur zugericht Die äpffel so auff deinen brüsten prangen Sind unsre lust und süsse anmuths-see. Albanie.

Albanie was qvälen wir uns viel Und züchtigen die nieren und die lenden? Nur frisch gewagt das angenehme spiel Jedwedes glied ist ja gemacht zum wenden

Und wendet doch die sonn sich in die höh. Albanie soll denn dein warmer schooß So öd und wüst und unbebauet liegen? Im paradieß da gieng man nackt und bloß

Und durffte frey die liebes-äcker pflügen Welch menschen-satz macht uns diß neue weh? Albanie. Albanie wer kan die süßigkeit

Der zwey vermischten geister recht entdecken? Wenn lieb und lust ein essen uns bereit Das wiederhohlt am besten pflegt zu schmecken Wünscht nicht ein hertz daß es dabey vergeh?

Albanie. Albanie weil noch der wollust-thau Die glieder netzt und das geblüte springet So laß doch zu daß auff der Venus-au

Ein brünstger geist dir kniend opffer bringet Daß er vor dir in voller andacht steh. Albanie.

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