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1616–1679

1.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Nicht stelle dich du engel dieser welt Als wüst du nicht wer dir zu füssen fällt; Ein mensch der dich zu einen abgott macht Hat seine brunst genug ans licht gebracht.

Du sprichst: Es sey dir gäntzlich unbekant Wer dir sein hertz als weyrauch angebrant; Und deine hand hat flamm und feur gefühlt Als meinen mund ich damit abgekühlt.

Mein auge lad’t dich stets zum opffer ein Kan dir was alle sehn verborgen feyn? Die seele giebt dir heerd und rauchfaß dar Und meine brust ist tempel und altar.

Ich drehe mich nach dir als ein magnet Wie? siehst du nicht wer dir vor augen steht? Du meinst du löschst so den gebrandten grauß Und giessest öhl vielmehr auf selben aus.

Dein laulicht-seyn verlöscht nicht meine glut Den kalck entbrennt des wassers kalte fluth Weil Bathseba sich in den brunnen findt Wird Davids geist viel schärffer angezündt.

Je mehr du fliehst je mehr verfolg ich dich Durch sturm und wind vermehrt das feuer sich Stellstu dich noch so fremd und eckel an Liebt doch mein hertz so viel es lieben kan.

Laß diesen schluß dir dein geblüte rührn Und glut aus glut sich wiederum gebiehrn. Die lieb allein ist wieder liebe werth Und tempel stehn dem offen der sie ehrt.

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