Nicht stelle dich du engel dieser welt
Als wüst du nicht wer dir zu füssen fällt;
Ein mensch der dich zu einen abgott macht
Hat seine brunst genug ans licht gebracht.
Du sprichst: Es sey dir gäntzlich unbekant
Wer dir sein hertz als weyrauch angebrant;
Und deine hand hat flamm und feur gefühlt
Als meinen mund ich damit abgekühlt.
Mein auge lad’t dich stets zum opffer ein
Kan dir was alle sehn verborgen feyn?
Die seele giebt dir heerd und rauchfaß dar
Und meine brust ist tempel und altar.
Ich drehe mich nach dir als ein magnet
Wie? siehst du nicht wer dir vor augen steht?
Du meinst du löschst so den gebrandten grauß
Und giessest öhl vielmehr auf selben aus.
Dein laulicht-seyn verlöscht nicht meine glut
Den kalck entbrennt des wassers kalte fluth
Weil Bathseba sich in den brunnen findt
Wird Davids geist viel schärffer angezündt.
Je mehr du fliehst je mehr verfolg ich dich
Durch sturm und wind vermehrt das feuer sich
Stellstu dich noch so fremd und eckel an
Liebt doch mein hertz so viel es lieben kan.
Laß diesen schluß dir dein geblüte rührn
Und glut aus glut sich wiederum gebiehrn.
Die lieb allein ist wieder liebe werth
Und tempel stehn dem offen der sie ehrt.