Ihr augen fließt! beweint den nahen tod
Fließt weil noch eure thränen währen
Und sparet nicht in meiner letzten noth
Die letzten tropffen heisser zähren.
Ihr augen fließt! das über grosse weh
Erfodert eine thränen-see.
Mein krancker geist der schmertzlich jenesmahl
Den grimmen liebes-pfeil empfunden
Der stirbt anitzt in unerhörter qvaal
Erleget durch des todes-wunden.
Ihr augen fließt! das übergrosse weh
Erfodert eine thränen-see.
Eh’ diese glut mich gantz zu asche macht
Eh’ angst und jammer mich aussaugen;
Eh’ mich befällt des grossen todes nacht
So weinet noch zuvor ihr augen.
Ihr augen fließt! das über-grosse weh
Erfodert eine thränen-see.
Doch müssen es nicht schlechte thränen seyn
Die ihr ihr augen lasset fliessen;
Ihr müsset euch in dieser todes-pein
In einen strohm von blut ergiessen.
Ihr augen fließt! das über-grosse weh
Erfodert eine thränen-see.