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1836

Vom Schlaraffenlande

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Kommt, wir wollen uns begeben Jetzo ins Schlaraffenland! Seht, da ist ein lustig Leben, Und das Trauern unbekannt.

Seht, da läßt sich billig zechen Und umsonst recht lustig sein: Milch und Honig fließt in Bächen, Aus den Felsen quillt der Wein.

Alle Speisen gut gerathen, Und das Finden fällt nicht schwer. Gäns' und Enten geh'n gebraten Ueberall im Land umher.

Mit dem Messer auf dem Rücken Läuft gebraten jedes Schwein. O, wie ist es zum Entzücken! Ei, wer möchte dort nicht sein!

Und von Kuchen, Butterwecken Sind die Zweige voll und schwer; Feigen wachsen in den Hecken, Ananas im Busch umher.

Keiner darf sich müh'n und bücken, Alles stellt von selbst sich ein. O, wie ist es zum Entzücken! Ei, wer möchte dort nicht sein!

Und die Straßen aller Orten, Jeder Weg und jede Bahn Sind gebaut aus Zuckertorten, Und Bonbons und Marzipan.

Und von Brezeln sind die Brücken Aufgeführt gar hübsch und fein. O, wie ist es zum Entzücken! Ei, wer möchte dort nicht sein!

Ja, das mag ein schönes Leben Und ein herrlich Ländchen sein! Mancher hat sich hinbegeben, Aber Keiner kam hinein.

Ja, und habt ihr keine Flügel, Nie gelangt ihr bis ans Thor, Denn es liegt ein breiter Hügel Ganz von Pflaumenmus davor.

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