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1819

Verwöhnung

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Den Teufel sah man eines Tags Mit einer Seel' entschweben, Das war ein ungerathner Sohn Vom Flecken Fallersleben.

Die Sonne brannte fürchterlich, Schwül war es aller Orten, Als wären plötzlich aufgethan Die weiten Höllenpforten.

Da schrie das arme Unglückskind: „Ach, hätt' ich Trank und Speise!“ Doch schneller, immer schneller ging Dahin die luft'ge Reise.

Bei jedem Wirthshaus das es sah, Da fleht' es um Erbarmen: „O gönne doch ein Tröpfchen Bier, Ein Tröpfchen nur mir Armen!“

Vorüber ging es pfeilgeschwind An Dörfern und an Krügen: Dem Teufel machte nun einmal Einkehren kein Vergnügen.

Vorüber ging es pfeilgeschwind An Quellen und an Teichen: Es ließ sich nicht das harte Herz Des Teufels mehr erweichen.

„O gnäd'ger Herr von Satanas, O hab' mit mir Erbarmen, Und gieb doch, ich verschmachte schier, Ein Tröpfchen Thau mir Armen.“

Da ließ der Teufel endlich sich Zum Mitleid noch bewegen, Und flog zu einer Pfütz' herab Voll Jauche, Schlamm und Regen.

Er tauchte seinen Schwanz hinein, Und ließ ihn dann geschwinde Hingleiten durch das trockne Maul Dem armen Menschenkinde.

„Ha!“ rief es himmelhoch entzückt Zum Teufel augenblicklich, „Wie schmeckt das Fallersleber Bier So wunderbar erquicklich!“

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