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1836

Mutterliebe

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Was weidet dort so sorglos Wohl durch das grüne Holz? Was hüpft und springt daneben So muthig und so stolz?

Sieh da! das ist die Hirschkuh, Zur Seit' ihr liebes Kind, Die beide stets beisammen, Stets unzertrennlich sind.

Da kommt ein Jägerbursche Und schleichet leis' hinzu, Er zielet und erschießet Der Hirschkuh Kind im Nu. –

Was blicket aus dem Tannicht So traurig dort hervor? Das ist die arme Hirschkuh, Die dort ihr Kind verlor.

Sie geht nicht aus dem Wege, Sie stehet starr und stumm, Sieht nicht nach Hund und Jäger, Sieht sich nach Niemand um.

Und eines Tages frühe Wohl um das Morgenroth, Fand man am dunklen Tannicht Die arme Mutter todt.

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Mutterliebe · August Heinrich Hoffmann von Fallersleben · Poetry Cove