Skip to content
1819

Mailied

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

In des Maies schönen Tagen, Auf, frisch auf! und lasst uns jagen Durch den Wald und durch's Gefild. Unsre Jagd gilt nicht den Füchsen,

Nicht den Hasen, Reh'n und Lüchsen, Frei sei heute jedes Wild. Auf, frisch auf! und lasst uns jagen Alles Jammern, alles Klagen,

Alle Noth und Qual und Last; Jagen lasst uns was uns bücket, Was uns zwängt und drängt und drücket In den tiefsten Waldmorast!

Jagt die reichen Hungerleider Und die Hasser und die Neider In den dicksten Dornenstrauch! In die Nesseln werft den Hadrer,

An den Baum hängt jeden Nadrer Und die Herrn Censoren auch. Heute muß die Jagd gelingen: Hört ihr nicht das Vöglein singen

Auf des Maies Blüthenast? „Wer die Freude will gewinnen, Muß zuvor den Kampf beginnen Mit des Lebens Leid und Last.“

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Mailied · August Heinrich Hoffmann von Fallersleben · Poetry Cove