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1819

Licht und Schatten

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Freilich, Luthers Zeiten hatten Schatten mehr, viel mehr als Licht, Und man ließ der Welt den Schatten, Doch das Licht verbot man nicht.

Zwar noch heut' ist frei der Schatten, Aber nicht des Lichtes Schein; Licht will man uns wohl verstatten, Doch zum Schattenspiel allein.

Jene finstern Zeiten kannten Keine – – sche Censur: Und ihr hellen Protestanten Rühmt euch geistiger Cultur?!

Lasst doch jedem seinen Schatten, Und sein Licht verwehrt ihm nicht; Lasst doch uns auch, was wir hatten, Unsern Schatten, unser Licht!

Lasst auch uns in unsern Tagen Ihn den Fürsten finstrer Nacht Mit dem Dintenfaß verjagen, Wie es Luther hat gemacht!

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