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1798–1874

Heugabel und Besenstiel.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Heugabel und Besenstiel, Die wollten sich vermählen; Da gab's im ganzen Land gar viel Und mancherlei zu erzählen.

Was ist das für ein Paar! Wie Er ist zu Haus das ganze Jahr, Sie draußen auf Wegen und Gassen.

Er denkt an Stub' und Flur, Und Sie strebet nach dem Hohen nur, Und

Bei Frühlingssonnenschein Will Er aber muß Jahr aus Jahr ein, Er muss sich immer rühren.

Doch als die Trauung war, Da wurden die Mäuler stille; Heugabel und Besenstiel blieb ein Paar, I nun, es war ihr Wille.

Heißa! das ganze Land Zur Hochzeit war geladen, Verwandt, bekannt und unbekannt, Die Krummen, die Schiefen, die Graden.

Da tanzten munter und frisch Die Schemel, die Hütschen, die Bänke, Die Kannen, die Mulden, die Stühl' und die Tisch' Und Kisten und Kasten und Schränke.

Heißa! nun wurden sie Poetisch über die Maßen, Daß sie vor lauter Poesie Stand, Rang und Würde vergaßen:

Die Liebe macht uns gleich, Frau Besenstiel, Herr Gabel! Der Will' ist unser Himmelreich — Und das ist keine Fabel.

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