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1836

Heimweh

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Was treibt uns aus der Heimath fort? Uns treibt ein eigner Trieb. Ach, eine Heimath hatten wir, Verwandt' und treue Freunde hier,

Und vieles war uns lieb. Und dennoch, dennoch treibt's uns fort Weit in die Welt hinaus. Wir litten alle keine Noth,

Wir hatten hier ein sichres Brot, Wir hatten Hof und Haus. Und dennoch, dennoch treibt's uns fort Mit ungestümen Muth.

Und manche liebe Stimme spricht: „O wandert aus dem Lande nicht! Es wird noch Alles gut.“ „Was wollt ihr in der neuen Welt?

O weh, daß Gott erbarm'! Wüst ist der Boden, leer das Feld, Ihr seid verlassen von der Welt, Verlassen, freudenarm!“

Und dennoch hält uns nichts zurück, Lebt wohl! uns treibt es fort. Was hier das arme Herz nicht fand, Ein freies glücklich Vaterland,

Lebt wohl! wir suchen's dort. Ihr deutschen Brüder, lebet wohl! Lebt wohl! wir ziehen fort. Ist öd' und arm die neue Welt,

Frei ist die Luft, frei ist das Feld, Und frei ist Schrift und Wort.

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