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1836

Guten Morgen, Feierabend!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Was hab' ich Alles doch zu thun! Ich kann bei Tag und Nacht nicht ruhn, Ich muß regieren Kirch' und Staat, Wenn andre singen früh und spat:

Gut'n Morgen, Feierabend! Die größte Erdenplag' und Pein Ist doch fürwahr ein Fürst zu sein, Dem's nun und nimmer ist vergönnt

Zu singen so wie ihr es könnt: Gut'n Morgen, Feierabend! Zwar klagt und schreit die ganze Welt, Daß unser eins braucht zu viel Geld,

Man könnt's Regieren billig thun Und lieber etwas mehr geruhn – Gut'n Morgen, Feierabend! Ein Fürst und wohlfeil reimt sich nicht;

Es ist des Fürsten erste Pflicht, Er soll dem Volke theuer sein Und niemals soll ihm fallen ein: Gut'n Morgen, Feierabend!

Drum will ich bleiben was ich bin, Ein theurer Fürst mit Leib und Sinn, Bis einst mein müdes Auge bricht Und wahrlich eher sing' ich nicht:

Gut'n Morgen, Feierabend!

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