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1819

Entwickelung auf historischem Wege

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

O lasset doch den Geist der Zeiten! Ihn hemmt kein Wehr, kein Damm, kein Band; Er wird tagtäglich vorwärts schreiten Frei wie der Fluß durch's ganze Land.

Er strömet nicht aus Einer Quelle, Aus Einer Lebensader nur; Ihn nährt und speist an jeder Stelle Die ganze lebende Natur.

Ihr seht nur Eine Quelle springen, Und diese stopft ihr zu im Nu Und denkt, es wird uns jetzt gelingen, Wir stopften ja die Quelle zu.

Ihr hohen Herrn und Herrendiener! So wollt ihr schützen Kirch' und Staat? Ihr macht's ja grade wie der Wiener, Der auf die Donauquelle trat.

Er sprach mit stillem Wohlbehagen: Die Quelle hab' ich nun bekleibt! Was werden wohl die Wiener sagen, Wenn jetzt die Donau außen bleibt? –

Drum lasset doch den Geist der Zeiten! Ihn hemmt kein Wehr, kein Damm, kein Band; Er wird tagtäglich vorwärts schreiten Frei wie der Fluß durch's ganze Land.

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