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1836

Du kriegst ihn nicht!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Du kriegst ihn nicht! Du kriegst ihn nicht! Sei still, daß ich nicht zanke! Der Honig ist für Kranke, Wenn sie's im Halse sticht.

Du, Gott sei Dank! Du bist nicht krank, Du kriegst ihn nicht! Du kriegst ihn nicht! „Erbarme dich, erbarme dich!

Laß mich nicht länger flehen, Laß mich den Topf nur sehen! Ach Gott, wie sticht es mich! Es sticht mich sehr

Im Hals' umher – Erbarme dich, erbarme dich!“ Du kriegst ihn nicht! Du kriegst ihn nicht! „Laß mich nur etwas schlecken,

Ein ganz klein wenig lecken, Weil's mich im Hals so sticht. Wozu das Wort Denn immerfort:

Du kriegst ihn nicht! Du kriegst ihn nicht!“ Du kriegst ihn nicht! Du kriegst ihn nicht! „Ach, Mutter, hol' das Töpflein! Gieb mir ein einzig Tröpflein!

Weil mir das Herz sonst bricht. Bring Honig her Und sag' nicht mehr: Du kriegst ihn nicht! Du kriegst ihn nicht!“

Du kriegst ihn nicht! Du kriegst ihn nicht! Du wirst noch viel begehren Und wirst noch viel entbehren, Und was die Mutter spricht,

Nach manchem Jahr Wird's erst dir klar – Vergiß es nicht! – Du kriegst ihn nicht!

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