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1819

Dichterklage

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Was soll Dichten, was soll Singen, Seit es niemand hören mag? Niemand will nach Freuden ringen, Niemand will uns Freude bringen,

Wie der Maienblüthen-Tag. Wehe, wehe jedem Herzen, Weil's den Frühling so vergisst! Wo ist heitre Lust und Scherzen,

Seit die Jugend wie vor Schmerzen Stumm und eingewintert ist? Junge Welt, nun tauch dich unter In den Frühlingssonnenschein!

Sieh, die Vögel werden munter, Und die Au wird bunt und bunter – Soll's für dich nicht Frühling sein?

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