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1819

Der König weiß es nicht

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Wie ist des Elends in der Welt So viel und mancherlei! Und dennoch giebt man soviel Geld, Daß jeder glücklich sei.

Ach! wer das Elend einmal sah, Ich weiß, das Herz ihm bricht. Was hilft's? ihr saget immer: ja, Der König weiß es nicht.

Wie geht das Unrecht allezeit So sicher doch umher! Wie ist doch die Gerechtigkeit So theuer und so schwer!

Warum giebt's soviel Unrecht noch? So manchen Bösewicht? Ich weiß, ihr wißt es alle, doch Der König weiß es nicht.

Wie das Verdienst so wenig gilt Und doch Geburt so viel! Ist das nach Christi Ebenbild? Das unsrer Liebe Ziel?

Ist Adel denn ein Vorzug noch? So gebt mir doch Bericht! Ich weiß, ihr wißt es alle, doch Der König weiß es nicht.

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