Welch ein kindlich frommes Streben!
Welch ein inniger Verein!
An dem Theetisch —
Welch ein heilig reines Leben!
Welch ein Gottversunkensein!
An dem Theetisch.
Wenn sie ein Tractätchen lesen,
Nimmt die Seele höhern Schwung,
An dem Theetisch —
Und es schwelgt ihr ganzes Wesen
In der Gottvereinigung
An dem Theetisch.
Ihres Glaubens süße Blüthe
Duftet wie die Rosenflur
An dem Theetisch —
Lauter Milde, Lieb' und Güte
Träuft von ihren Lippen nur
An dem Theetisch.
Wie sie ihren Bräut'gam preisen,
O die Gottesbräutlein fein!
An dem Theetisch —
Ihn und sich mit Andacht speisen
Und mit heil'gen Melodei'n!
An dem Theetisch.
Alles was den Körper nähret
Und erquicket, wird verschmäht
An dem Theetisch —
Ihre Augen sind verkläret,
Jeder Blick ist ein Gebet
An dem Theetisch.