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1798–1874

1.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Denn ein Künstler, was gewönn' er, Hätt' er nicht auch seine Gönner? Der Künstler muß auf der Erde leben, Doch ist sein ganzes Ringen und Streben

Euch auf der Erde den Himmel zu geben. Er möchte lieber im Himmel schweben, Als unten an der Erde kleben — Doch muß er nun mal auf der Erde leben.

Wenn's euch nun freut, wie der Künstler waltet und schaltet, Wenn euch freut was er in Worten und Tönen entfaltet, Und zu seelenvollen Bildern gestaltet, So mögt ihr eure Freude zur Erscheinung bringen,

Und lasst anmuthiglich eure Meinung klingen, Und vergleicht nicht erst mit der Bilderei des Thalers die Schilderei des Malers Und mit der Moneten Singsang

der Poeten Klingklang! Denn das ist mir nun einmal klar Seit manchem Jahr und bleibt auch wahr Heut' und immerdar:

Alle wahre Kunst Ohne wahre Gunst Müht sich fürwahr umsunst. Drum lasst uns alle das Glas erheben:

sie sollen leben!

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