Ludwig Christoph Heinrich Hölty
Erlöser, an dein Grab, Und tönen hohe Jubel dir, Und schauen froh hinab. Beschattet von dem Felsgesträuch,
Umtanzen wir die Gruft, Und streuen manchen Palmenzweig Frohlockend durch die Luft. Dein Vater sah von seinem Thron
Herab auf unsre Schlacht; Und alle Sarazenen flohn, Und fühlten Gottes Macht. Der Kison rieselt purpurhell
Vom Sarazenenmord, Und blutig wallt Siloas Quell Durch seine Binsen fort. Wohl uns! Die Siegerfahne tanzt
Vom Golgatha herab, Und rauscht, auf einen Fels gepflanzt, Hoch über Jesus Grab. Ein Engel trat, in Feur gehüllt,
In unsre Vorderreihn; Das Schwert, das seine Rechte füllt, Blinkt' auf den Feind hinein; Und eine Purpurfahne flog,
Wie Gottes Lichtgewand, Bald niedrig und bald wieder hoch, In seiner linken Hand. Mit seiner Purpurfahne Wehn
Kam Sieg auf unser Heer; Dem Feind, kaum hatt' er ihn gesehn, Entbebte Schwert und Speer. Vom todeskalten Gottesschaur
Ward er hinweggeweht, Und unsre Fahn' auf deine Maur Jerusalem, erhöht. Von unsern Schultern blinkt das Kreuz,
Von unsern Fahnen blinkts; Der Christenunterjocher scheuts; Und wo es weht, da sinkts. Da ist, hebt das Gemezel an,
Der Knabe selber Held; Da blizen wir den Muselmann Zurück vom Waffenfeld. Beflügle fürder unsre Wehr
Mit deinem Rächerbliz, Und donnre dieser Mörder Heer Aus deinem Lieblingssiz. Flieg' immer, helles Kreuzpanier,
Den frommen Christen vor, Und rausch' in Salem für und für Jehovas Lob empor.
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