Skip to content
1748–1776

Mailied.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Der, in seiner Herlichkeit Wiederkehrend, Reiz und Segen Ueber Thal und Hügel streut! Seine Macht verjüngt und gattet

Alles, was der grüne Wald, Was der zarte Halm beschattet, Und die laue Wog' umwallt. Tanz, o Jüngling, tanz, o Schöne,

Die des Maies Hauch verschönt! Menget Lieder ins Getöne, Das die Morgenklocke tönt, Ins Gesäusel junger Blätter,

Und der holden Nachtigall Liebejauchzendes Geschmetter; Und erweckt den Wiederhall. Flieht der Stadt umwölkte Zinnen!

Hier, wo Mai und Lieb' euch ruft, Athmet, schöne Städterinnen, Athmet frische Maienluft! Irrt mit eurem Sonnenhütchen,

Auf die Frühlingsflur hinaus, Singt ein fröhlich Maienliedchen, Pflücket einen Busenstrauss! Schmückt mit Kirschenblütenzweigen

Euch den grünen Sonnenhut, Schürzt das Röckchen, tanzet Reigen. Wie die Schäferjugend thut! Bienen sumsen um die Blüte,

Und der Westwind schwärmt sich matt, Schwärmt, und haucht auf eure Hüte Manches weisse Blütenblatt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Mailied. · Ludwig Christoph Heinrich Hölty · Poetry Cove