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1748–1776

Laura .

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Der Seele Dunkel! Nimmer, ach nimmer wird Dein Auge, Laura, meinem Auge Wieder begegnen, und Liebe sprechen! Dein ehrner Fusstritt hallte mir oft, o Tod!

In meiner Kindheit tagender Dämmerung, Und manche Mutterthräne rann mir Auf die verblühende Knabenwange. Komm endlich, Tröster, welcher den Sterblichen

Die Ketten ablöst, komm und entfessle mich, O Wonnetod! Dann schweb' ich Lauren, Lauren entgegen, und bin ihr Engel! Du sollst getröstet werden, du Weinender!

Ruft, Palmen tragend, freundlich um Mitternacht Der Tod; mir schallt der Sterbeklocke Dumpfes Geläut, und des Grabes Schaufel. Bald schweb' ich schüzend, Wonne mir! Wonne mir!

Um meine Laura; ströme, wo Laura kniet, Anbetung über sie und Andacht, Wann sie vom Kelche des Bundes trinket; Und süssre Schauer, Schauer der Serafim

Am Throne Gottes, wann sie den Preisgesang, Vom Maienfrühroth angelächelt, Aus dem begeisterten Herzen tönet! Im Mondenschimmer folg' ich der Denkerin

Durch deine Kühlung, duftende Frühlingsnacht; Und decke, sinkt ihr Aug' in Schlummer, Sie mit verbreitetem sanftem Flügel. Im Morgenschimmer weh' ich den frommen Traum

Von ihrer Stirn', und führe zum Garten sie, Im Thau durch Blumenbeet' und Blüten, Froh des Gesanges umher, zu wandeln! Des schönen Busens Wallung, des blauen Augs

Bethräntes Wonnelächeln bei edler That, Dankt mir, und unter Himmelspalmen Künftig ein Kuss von dem Rosenmunde!

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