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1748–1776

Hexenlied.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Der Frühling siegt, Und spendet uns Blumen zum Kranze! Bald huschen wir Leis' aus der Thür,

Und fliegen zum prächtigen Tanze! Ein schwarzer Bock, Ein Besenstock, Die Ofengabel, der Wocken,

Reisst uns geschwind, Wie Bliz und Wind, Durch sausende Lüfte zum Brocken! Um Belzebub

Tanzt unser Trupp, Und küsst ihm die krallichten Hände! Ein Geisterschwarm Fasst uns beim Arm,

Und schwinget im Tanzen die Brände! Und Belzebub Verheisst dem Trupp Der Tanzenden Gaben auf Gaben:

Sie sollen schön In Seide gehn, Und Töpfe voll Goldes sich graben! Ein Feuerdrach'

Umfliegt das Dach, Und bringet uns Butter und Eier! Die Nachbarn sehn Die Funken wehn,

Und schlagen ein Kreuz vor dem Feuer! Die Schwalbe fliegt, Der Frühling siegt, Und Blumen entblühn um die Wette!

Bald huschen wir Leis' aus der Thür, Und lassen die Männer im Bette!

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