Skip to content
1774

Die Schiffende

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Sie wankt dahin! Die Abendwinde spielen Ihr Apfelblüthen zu, Die Vögellein, so ihre Gottheit fühlen, Erwachen aus der Ruh.

Wie ihr Gewand, im Mondenglanze, flittert, Und ihres Busens Flor! Sie wankt dahin! Der helle Vollmond zittert Aus jeder Well' hervor.

Da rauscht der Kahn durch hangende Gesträuche, Birgt mir das Engelbild, Schwankt itzt hervor, tanzt wieder auf dem Teiche, Den ihre Gottheit füllt.

Verdeckt mir nicht, ihr hangenden Gesträuche, Ihr lächelndes Gesicht, Sie tanzt so schön auf ihrem Silberteiche, Ihr Erlen, bergt sie nicht!

Weht, Winde, weht, o flügelt sie, ihr Winde, An diese Laub' heran, Daß ich mich ihr, im Schauer dieser Linde, Zu Füßen werfen kan!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Schiffende · Ludwig Christoph Heinrich Hölty · Poetry Cove