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1748–1776

Die Mainacht.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Und sein schlummerndes Licht über den Rasen streut, Und die Nachtigall flötet, Wandl' ich traurig von Busch zu Busch. Selig preis' ich dich dann, flötende Nachtigall,

Weil dein Weibchen mit dir wohnet in Einem Nest, Ihrem singenden Gatten Tausend trauliche Küsse giebt. Ueberhüllet von Laub, girret ein Taubenpaar

Sein Suche dunklere Schatten, Und die einsame Thräne rinnt. Wann, o lächelndes Bild, welches wie Morgenroth

Durch die Seele mir stralt, find' ich auf Erden dich? Und die einsame Thräne Bebt mir heisser die Wang' herab.

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