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1748–1776

Die Laube.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Kühle grüne Dunkelheit, Wo mein liebes Mädchen oft gesessen, Und des Frühlings sich gefreut. Schauer wird durch meine Nerven beben,

Werd' ich deine Blüten sehn, Und ihr Bildniss mir entgegen schweben, Ihre Gottheit mich umwehn. Thränenvoll werd' ich beim Mondenlichte,

In der Geisterstunde Graun, Dir entgegen zittern, und Gesichte Auf Gesichte werd' ich schaun; Mich in manchen Göttertraum verirren,

Bis Entzückung mich durchbebt, Und nach meinem süssen Täubchen girren, Dessen Abschied vor mir schwebt. Wenn ich auf der Bahn der Tugend wanke,

Weltvergnügen mich bestrickt; Dann durchglühe mich der Feurgedanke, Was in dir ich einst erblickt: Und, als strömt' aus Gottes offnem Himmel

Tugendkraft auf mich herab, Werd’ ich fliehen, und vom Erdgewimmel Fernen meinen Pilgerstab.

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