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1748–1776

Der Traum.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Und flog auf ihren Schooss, Und zupft' ihr, um nicht lass zu sein, Die Busenschleifen los; Und flog mit gaukelhaften Flug,

Dann auf die weisse Hand, Dann wieder auf das Busentuch, Und pickt' am rothen Band. Dann schwebt' ich auf ihr blondes Haar,

Und zwitscherte vor Lust, Und ruhte, wann ich müde war, An ihrer weissen Brust. Kein Veilchenbett' im Paradies

Geht diesem Lager vor. Wie schlief sichs da so süss, so süss, An ihres Busens Flor! Sie spielte, wie ich tiefer sank,

Mit leisem Fingerschlag, Der mir durch Leib und Leben drang, Mich frohen Schlnmmrer wach; Sah mich so wunderfreundlich an,

Und bot den Mund mir dar: Dass ich es nicht beschreiben kann, Wie froh, wie froh ich war. Da trippelt' ich auf einem Bein,

Und hatte so mein Spiel, Und spielt' ihr mit dem Flügelein Die rothe Wange kühl. Doch ach! kein Erdenglück besteht,

Es sei Tag oder Nacht! Schnell war mein süsser Traum verweht, Und ich war aufgewacht.

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