Gottmensch, wann die seligste der Stunden,
Welche Kronen auf der Wage hat,
Meinem Sterbebette naht!
Dann beschatte mich, o Ruh, mit linden
Stillen Flügeln! Geister meiner Sünden,
Nahet euch dem Sterbelager nicht,
Wo mein schwimmend Auge bricht!
Du mein Engel, komm von Gottes Throne,
Bringe mit die helle Siegerkrone,
Wehe Himmelsluft und Engelsruh
Mir mit deiner Palme zu!
Leite mich auf tausend Sonnenwegen
Jenem Engelparadies' entgegen,
Wo die Gute, welche mich gebar,
Schon so lange glücklich war;
Wo die jungen Geister meiner Brüder
Unter Blumen spielen, süsse Lieder
In die Lauten singen, jung und schön
Zwischen Engeln um mich stehn!
Wohnt' ich doch, von diesem Erdgewimmel
Schon entfernt, in eurem Freudenhimmel,
Theure Seelen! Kniet' ich, kniet' ich schon
An des Gottversöhners Thron!