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1748–1776

Der Tod.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Gottmensch, wann die seligste der Stunden, Welche Kronen auf der Wage hat, Meinem Sterbebette naht! Dann beschatte mich, o Ruh, mit linden

Stillen Flügeln! Geister meiner Sünden, Nahet euch dem Sterbelager nicht, Wo mein schwimmend Auge bricht! Du mein Engel, komm von Gottes Throne,

Bringe mit die helle Siegerkrone, Wehe Himmelsluft und Engelsruh Mir mit deiner Palme zu! Leite mich auf tausend Sonnenwegen

Jenem Engelparadies' entgegen, Wo die Gute, welche mich gebar, Schon so lange glücklich war; Wo die jungen Geister meiner Brüder

Unter Blumen spielen, süsse Lieder In die Lauten singen, jung und schön Zwischen Engeln um mich stehn! Wohnt' ich doch, von diesem Erdgewimmel

Schon entfernt, in eurem Freudenhimmel, Theure Seelen! Kniet' ich, kniet' ich schon An des Gottversöhners Thron!

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