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1762

Der Tod

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Wann, Friedensbothe, der du das Paradies Dem müden Erdenpilger entschließest, Tod, Wann führst du mich mit deinem goldnen Stabe gen Himmel, zu meiner Heymath?

O Waßerblase, Leben, zerfleug nur bald! Du gabest wenig lächelnde Stunden mir, Und viele Thränen, Quaalenmutter Warest du mir, seit der Kindheit Knospe

Zur Blume wurde. Pflücke sie weg, o Tod, Die dunkle Blume! Sinke, du Staubgebein, Zur Erde, deiner Mutter, sinke Zu den verschwisterten Erdgewürmen.

Dem Geiste winden Engel den Palmenkranz Der Überwinder. Rufet, o Freunde, mich Nicht wieder auf das Meer, wo Trümmer, Thürmende Trümmer das Ufer decken.

Wir sehn uns, Theure, wieder, umarmen uns, Wie Engel sich umarmen, in Licht gehüllt, Am Throne Gottes, Ewigkeiten Lieben wir uns, wie sich Engel lieben.

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Der Tod · Ludwig Christoph Heinrich Hölty · Poetry Cove