verlassene Wilhelm
Wünschte den Tod, und besuchte nicht mehr den
geflügelten Reigen,
Nicht das Ostergelag und das Fest der bemaleten
Eier,
Nicht den gaukelnden Tanz um die Osterflamme des
Hügels.
Einsam war er, und still wie das Grab, und glaubte
mit jedem
Tritt in die Erde zu sinken. Die Knaben und Mädchen
des Dorfes
Brachen Main, und schmückten das Haus und die
ländliche Diele,
Und begrüssten den heiligen Abend vor Pfingsten
mit Liedern.
Wilhelm floh das Gewühl der beglückten fröhlichen
Leute,
Wandelt' über den Gottesacker, und ging in die
Kirche,
Nahm den Kranz der geliebten Braut von der Wand,
und kniete
An dem Altar, und barg das Gesicht in die Blumen
des Kranzes,
Flehte weinend zu Gott: O entnim mich der Erde,
mein Vater!
Ruf mich zu meiner Entschlummerten! Doch dein
Wille geschehe!
Lispelnd bebte das Gold und die Flitterblumen des
Kranzes,
Lieblich rauschten die flatternden Bänder, wie Blät-
ter im Winde,
Und ein fliegender Lichtglanz flog durch die Fenster
der Kirche.
Ruhiger wandelte Wilhelm nach Haus. Bald hörten
die Schwestern
Drauf die Todtenuhr in der Kammer pickern, und
sahen
Auf der Diele den Sarg, und den Pfarrer im Mantel
daneben;
Und das Leichhuhn schlug an die Kammerfenster,
und heulte.
Wenige Wochen, da starb der verlassene traurige
Wilhelm,
Und sein grünendes Grab ragt hart am Grabe des
Mädchens.