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1801

Unter den Alpen gesungen

Friedrich Hölderlin

Heilige Unschuld, du der Menschen und der Götter liebste vertrauteste! du magst im Hause oder draußen ihnen zu Füßen Sitzen, den Alten,

Immerzufriedner Weisheit voll; denn manches Gute kennet der Mann, doch staunet er, dem Wild gleich, oft zum Himmel, aber wie rein ist, Reine, dir alles!

Siehe! das rauhe Tier des Feldes, gerne Dient und trauet es dir, der stumme Wald spricht Wie vor alters, seine Sprüche zu dir, es Lehren die Berge

Heilge Gesetze dich, und was noch jetzt uns Vielerfahrenen offenbar der große Vater werden heißt, du darfst es allein uns Helle verkünden.

So mit den Himmlischen allein zu sein, und Geht vorüber das Licht, und Strom und Wind, und Zeit eilt hin zum Ort, vor ihnen ein stetes Auge zu haben,

Seliger weiß und wünsch ich nichts, so lange Nicht auch mich, wie die Weide, fort die Flut nimmt, Daß wohl aufgehoben, schlafend dahin ich Muß in den Wogen;

Aber es bleibt daheim gern, wer in treuem Busen Göttliches hält, und frei will ich, so Lang ich darf, euch all, ihr Sprachen des Himmels! Deuten und singen.

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