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1770–1843

Lebensgenuß .

Friedrich Hölderlin

Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder, Noch altert nicht mein kindisch fröhlich Herz, Noch rinnt vom Auge mir der Thau der Liebe nieder, Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.

Noch tröstet mich mit süßer Augenweide Der blaue Himmel und die grüne Flur, Noch reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude, Die jugendliche, freundliche Natur.

Getrost! Es ist der Schmerzen werth dies Leben, So lang uns Armen Gottes Sonne scheint Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben, Und ach! mit uns ein treues Auge weint.

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