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1800

Ihre Genesung

Friedrich Hölderlin

Sieh! dein Liebstes, Natur, leidet und schläft und du, Allesheilende, säumst? oder ihr seids nicht mehr, Zarte Lüfte des Aethers, Und ihr Quellen des Morgenlichts?

Alle Blumen der Erd, alle die goldenen Frohen Früchte des Hains, alle sie heilen nicht Dieses Leben, ihr Götter, Das ihr selber doch euch erzogt?

Ach! schon atmet und tönt heilige Lebenslust Ihr im reizenden Wort wieder, wie sonst und schon Glänzt in zärtlicher Jugend Deine Blume, wie sonst, dich an,

Heilge Natur, o du, welche zu oft, zu oft, Wenn ich trauernd versank, lächelnd das zweifelnde Haupt mit Gaben umkränzte, Jugendliche, nun auch, wie sonst!

Wenn ich altre dereinst, siehe, so geb ich dir, Die mich täglich verjüngt, Allesverwandelnde, Deiner Flamme die Schlacken, Und ein anderer leb ich auf.

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