Ihr Himmlischen! das war er. Kannst du mir Es glauben? ‒ Beste! ‒ wärst du bei mir! ‒ Er! Der Hohe, der Gefürchtete, Geliebte! ‒ Mein bebend Herz, hast du so viel gewollt?
Da gieng ich so zurück mit meinen Blumen, Sah auf den Pfad, den abendröthlichen, In meiner Stille nieder, und es schlief Mir sanft im Busen das Vergangene,
Ein kindlich Hoffen athmete mir auf; Wie wenn uns zwischen süßem Schlaf und Wachen Die Augen halb geöffnet sind, so war Ich Blinde. Sieh! da stand er vor mir mein
Heroe und ich Arme war, wie todt, Und ihm, dem Brüderlichen, überglänzte Das Angesicht, wie einem Gott, die Freude. „emilie!“ — das war sein frommer Gruß,
Ach! alles Sehnen weckte mir und all Das liebe Leiden, so ich eingewiegt, Der goldne Ton des Jünglings wieder auf! Nicht aufsehn durft' ich! keine Sylbe durft'
Ich sagen! O, was hätt' ich ihm gesagt! Was mein' ich denn, du Gute? — laß mich nur! Nun darf ich ja, nun ists so thöricht nimmer, Und schön ist's, wenn der Schmerz mit seiner
Schwester Der Wonne sich versöhnt, noch eh' er weggeht. O Wiedersehn! das ist noch mehr, du Liebe! Als wenn die Bäume wieder blühn, und Quellen
Von neuem fröhlich rauschen — Ja! ich hab' Ihn oft gesucht und ernstlich oft es mir Versagt, doch wollt' ich sein Gedächtniß ehren.
Die Bilder der Gespielen, die mit mir Auf grüner Erd' in stummer Kindheit saßen, Sie dämmern ja um meine Seele mir, Und dieser edle Schatte, sollt' er nicht?
Das Herz im Busen, das unsterbliche, Kann nicht vergessen, sieh! und öfters bringt Ein guter Genius die Liebenden Zusammen, daß ein neuer Tag beginnt,
Und ihren Mai die Seele wieder feiert. O wunderbar ist mir! auch er! — daß du Hinunter mußtest, Lieber! ehe dir Das deine ward, und dich die frohe Braut
Zum Männerruhme segnete! Doch starbst Du schön, und oft hab' ich gehört, es fallen Die Lieblinge des Himmels früh, damit Sie sterblich Glück und Leid und Alter nicht
Erfahren. Nimmermehr vergess' ich dich, Und ehren soll er dich. Dein Bild will ich Ihm zeigen, wenn er kömmt; und wenn der Stolze Sich dann verwundert, daß er sich bei mir
Gefunden, sag' ich ihm, es sey ein Andrer, Und den er lieben müsse. O er wirds!
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