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1789

Die heilige Bahn

Friedrich Hölderlin

Ist also dies die heilige Bahn? Herrlicher Blick – o trüge mich nicht! Diese geh ich?? schwebend auf des Liedes Hoher fliegender Morgenwolke?

Und welch ist jene? künstlich gebaut Eben hinaus, mit Marmor beschränkt, Prächtig gerad, gleich den Sonnenstrahlen – An der Pforte ein hoher Richtstuhl?

Ha! wie den Richtstuhl Purpur umfließt, Und der Smaragd, wie blendend er glänzt, Und auf dem Stuhl, mit dem großen Szepter Aristoteles hinwärts blickend

Mit hellem scharfem Aug auf des Lieds Feurigen Lauf – und jenes Gebirg Eilt sie hinweg – mutig in die Täler Stürzt sie, ungestüm, und ihr Boden

Ist wie des Nordens Flammengewölk, Wallend vom Tritt des rennenden Gangs – Waffengeräusch rauschen seine Tritte Über alternde Wolkenfelsen.

Ha! sie ist heiß, die heilige Bahn – Ach wie geübt der Große dort rennt, Um ihn herum – wie da Staunen wimmelt, Freunde – Vaterland – fernes Ausland.

Und ich um ihn mit Mückengesums Niedrig – im Staub – Nein, Großer, das nicht. Mutig hinan! – ! – Wanns nun da ist, voll ist...

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