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1806

Der Winter

Friedrich Hölderlin

Wenn bleicher Schnee verschönert die Gefilde, Und hoher Glanz auf weiter Ebne blinkt, So reizt der Sommer fern, und milde Naht sich der Frühling oft, indes die Stunde sinkt.

Die prächtige Erscheinung ist, die Luft ist feiner, Der Wald ist hell, es geht der Menschen keiner Auf Straßen, die zu sehr entlegen sind, die Stille machet Erhabenheit, wie dennoch alles lachet.

Der Frühling scheint nicht mit der Blüten Schimmer Dem Menschen so gefallend, aber Sterne Sind an dem Himmel hell, man siehet gerne Den Himmel fern, der ändert fast sich nimmer.

Die Ströme sind, wie Ebnen, die Gebilde Sind, auch zerstreut, erscheinender, die Milde Des Lebens dauert fort, der Städte Breite Erscheint besonders gut auf ungemeßner Weite.

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Der Winter · Friedrich Hölderlin · Poetry Cove