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1799

Der Prinzessin Augustevon Homburg

Friedrich Hölderlin

Noch freundlichzögernd scheidet vom Auge dir Das Jahr, und in hesperischer Milde glänzt Der Winterhimmel über deinen Gärten, den dichtrischen, immergrünen.

Und da ich deines Festes gedacht und sann, Was ich dir dankend reichte, da weilten noch Am Pfade Blumen, daß sie dir zur Blühenden Krone, du Edle, würden.

Doch andres beut dir, Größeres, hoher Geist! Die festlichere Zeit, denn es hallt hinab Am Berge das Gewitter, sieh! und Klar, wie die ruhigen Sterne, gehen

Aus langem Zweifel reine Gestalten auf; So dünkt es mir; und einsam, o Fürstin! ist Das Herz der Freigebornen wohl nicht Länger im eigenen Glück; denn würdig

Gesellt im Lorbeer ihm der Heroë sich, Der schöngereifte, echte; die Weisen auch, Die Unsern, sind es wert; sie blicken Still aus der Höhe des Lebens, die ernsten Alten.

Geringe dünkt der träumende Sänger sich, Und Kindern gleich am müßigen Saitenspiel, Wenn ihn der Edlen Glück, wenn ihn die Tat und der Ernst der Gewaltgen aufweckt.

Doch herrlicht mir dein Name das Lied; dein Fest Augusta! durft ich feiern; Beruf ist mirs, Zu rühmen Höhers, darum gab die Sprache der Gott und den Dank ins Herz mir.

O daß von diesem freudigen Tage mir Auch meine Zeit beginne, daß endlich auch Mir ein Gesang in deinen Hainen, Edle! gedeihe, der deiner wert sei.

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