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1770–1843

An L .

Friedrich Hölderlin

Komm! in's Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.

Weder die Berge sind, noch aufgegangen des Waldes Gipfel nach Wunsch, und leer ruht vom Gesange die Luft. Trüb ist's heut, es schlummern die Gäng' und die

Gassen, und fast will Mir es scheinen, es sey, als in der bleiernen Zeit. Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zwei-

feln an Einer Stunde nicht, und der Lust bleibe geweihet der Tag. Denn nicht wenig erfreuet, was wir vom Himmel

gewonnen, Wenn er's weigert und doch gönnet den Kindern zuletzt. Nur daß solcher Reden und auch der Schritt' und

der Mühe Werth der Gewinn und ganz wahr das Ergötz- liche sey. Darum hoff' ich sogar, es werde, wenn das Ge-

wünschte Wir beginnen und erst unsere Zunge gelöst, Und gefunden das Wort, und aufgegangen das Herz ist,

Und von trunkener Stirn' höher Besinnen ent- springt, Mit den unsern zugleich des Himmels Blüthe beginnen,

Und dem offenen Blick offen der Leuchtende seyn.

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