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1770–1843

An Eduard .

Friedrich Hölderlin

Euch alten Freunde droben, unsterbliches Gestirn! euch frag' ich, Helden! woher es ist, Daß ich so unterthan ihm bin, und So der Gewaltige sein mich nennet?

Denn wenig kann ich bieten, nur weniges Kann ich verlieren, aber ein liebes Glück, Ein einziges, zum Angedenken Reicherer Tage zurück geblieben;

Und so er mir's geböte, dies Eine noch, Mein Saitenspiel, ich wagt' es, wohin er wollt', Und mit Gesange folgt' ich, selbst in's Ende der Tapferen ihm hinunter.

„die Wolke“ — säng' ich — „tränket mit Regen Dich, „du Mutterboden! aber mit Blut der Mensch; ”so ruht, so kühlt die Liebe sich, die

”droben und drunten nicht Gleiches findet. „wo ist am Tag ihr Zeichen? wo spricht das Herz „sich aus? o wann im Leben, wann ist es frei, ”was unser Wort nicht nennt, wann wird, was

”trauert, gebannt in die Nacht, sein Wunsch ihm? — „jetzt, wann die Opfer fallen, ihr Freunde! jetzt! „schon tritt hinzu der festliche Zug, schon blinkt

”der Stahl, die Wolke dampft, sie fallen, und es ”hallt in der Luft, und die Erde rühmt es!“ Wenn ich so singend fiele, dann rächtest Du Mich, mein Achill! und sprächest: „er lebte doch

”treu bis zuletzt!“ das ernste Wort, das Spräche mein Feind und der Todtenrichter! Doch weilen wir in Ruhe, Du Lieber, noch; Uns birgt der Wald, es hält das Gebirge dort

Das mütterliche, noch die beiden Brüder in sicherem Arm gefangen. Uns ist die Weisheit Wiegengesang; sie webt Um's Aug' ihr heilig Dunkel; doch öfters kömmt

Aus ferne tönendem Gewölk die Mahnende Flamme des Zeitengottes. Es regt sein Sturm die Schwingen Dir auf; Dich ruft,

Dich nimmt der mächt'ge Vater hinauf; o nimm Mich Du, und trage Deine leichte Beute dem lächelnden Gott entgegen!

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